Forderungen

Mit dem Kirchlichen Bündnis setzten wir uns mit unserem Motto „global.gerecht.gestalten“ für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung ein.

Wofür stehen wir?

  • Wir setzen uns für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung ein.
  • Dem UN-Klimaabkommen muss Nachdruck verliehen werden. Wir fordern seine Umsetzung sowie eine hinreichende Finanzierung der notwendigen Maßnahmen.
  • Die G20 Aktionspläne müssen einen Menschenrechtsansatz verfolgen und die am stärksten von Hunger und Armut betroffenen Menschen in den Mittelpunkt stellen.
  • Die Umsetzung der von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 verabschiedeten „Sustainable Development Goals“ (globale Nachhaltigkeitsziele) muss Priorität haben. Für die zahlreichen notwendigen Maßnahmen bedarf es der Erhöhung der Mittel für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit.
  • Die Handelspolitik muss insbesondere Ressourcenschonung, Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte berücksichtigen.
  • Wir fordern die Schaffung eines fairen Verfahrens zur Lösung von Schuldenkrisen. 

Als Kirchliches Bündnis möchten wir zusätzlich die Friedensperspektive stark machen. Ohne Recht und Gerechtigkeit ist der Frieden in Gefahr. Das Leitbild vom gerechten Frieden ist uns hierfür eine Orientierung. Wir wollen die Stimme der ärmsten Menschen, die für ihre Menschenwürde kämpfen, verstärken und hörbar machen und ihre Anfragen an unseren Wirtschafts- und Lebensstil ernst nehmen. Wir wollen Mut machen, das Teilen zu üben und eine Kultur des gerechten Maßes zu entwickeln.

Das Kirchliche Bündnis unterstützt darüber hinaus die Forderungen der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, VENRO und erlassjahr.de

,,Foto: erlassjahr.de – Debt20-Kampagne“

 

Erklärung der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland zum G20-Gipfel 7./8.7.2017 in Hamburg

Für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung

Als Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) sind wir Teil der weltweiten ökumenischen Gemeinschaft. Wir sind über vielfältige Beziehungen mit Menschen in aller Welt verbunden. Gemeinsam beraten wir Themen zukunftsfähiger Entwicklung und engagieren uns für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung. Wir setzen uns für die Wahrung der Menschenwürde und der Menschenrechte weltweit ein.

Anknüpfend an die Botschaft der 10. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen 2013 in Busan/Südkorea ist die Nordkirche gemeinsam mit „allen Menschen guten Willens“ unterwegs auf dem „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“. Wir versuchen, „unsere Berufung als Kirche durch ein gemeinschaftliches Engagement für die äußerst wichtigen Anliegen der Gerechtigkeit und des Friedens zu erneuern und eine Welt zu heilen, in der Konflikte, Ungerechtigkeit und Schmerz herrschen.“[1] Das Leitbild vom gerechten Frieden ist uns eine wichtige Orientierung. Recht und Gerechtigkeit sind danach Voraussetzungen für den Frieden. Der gerechte Friede ist in folgenden Kontexten zu gestalten: Frieden in der Gemeinschaft, Frieden mit der Erde, Frieden in der Wirtschaft und Frieden zwischen den Völkern.

Daher nehmen wir mit großer Sorge die aktuellen Entwicklungen wahr, dass im Rahmen der politischen Kultur, aber auch in Bezug auf die Zusammenarbeit von Staaten, Abschottungsbestrebungen, nationalistische Tendenzen und das Vertreten partikularer Interessen in einer verstärkten Weise die internationalen Debatten prägen. Dies erschwert die Entwicklung von gemeinsam getragenen Lösungen für aktuelle globale Herausforderungen.

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VENRO

 

VENRO ist der Dachverband der entwicklungspolitischen und humanitären Nichtregierungsorganisationen (NRO) in Deutschland. Unter anderem vertritt sie die Interessen der entwicklungspolitischen und humanitären NRO gegenüber der Politik.  In Kooperation mit dem Forum Umwelt und Entwicklung begleitet VENRO die deutsche G20-Präsidentschaft 2017 und koordiniert den Dialog der deutschen und internationalen Zivilgesellschaft mit der deutschen Regierung. Unter anderem fordert VENRO:

  • Umsetzung der Agenda 2030: Alle G20 Aktivitäten sollten im Rahmen der Vereinten Nationen und somit der Agenda 2030 gewährleistet sein
  • Ernährung und Landwirtschaft: VENRO begrüßt, dass die G20 Ernährungssicherheit und ländliche Entwicklung auch weiterhin als wesentliche Schwerpunkte ihrer Arbeit betrachten und in diesem Zusammenhang die Rolle von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern für die Entwicklung anerkennen.
  • Finanzmarkregulierungen: VENRO begrüßt, dass die G20 die systemischen Gefahren der internationalen Finanzmärkte erkennen, die von der Volatilität der Finanzströme ausgehen.
  • Klima: Treibhausgasminderung sollte die Bundesregierung die G20 dazu bewegen, konkrete Maßnahmen zu identifizieren, die zur Stärkung der Klimaresilienz, beispielsweise durch ein Maßnahmenpaket zur finanziellen Resilienz gegenüber Wetterkatastrophen, insbesondere in den ärmsten und besonders verletzlichen Entwicklungsländern, beitragen können.
  • Gesundheit: Die G20-Staaten sollten sich zum universellen Zugang zu Gesundheitsversorgung bekennen und sich für den allgemeinen Zugang zu Gesundheitsversorgung einsetzen, insbesondere für die besonders vulnerablen und gefährdeten Gruppen.
  • Empowerment von Frauen: VENRO begrüßt, dass die G20 eine Wirtschaft schaffen wollen, die den Bedürfnissen aller Länder und Menschen Rechnung trägt, insbesondere auch denen von Frauen und Mädchen.
  • Partizipation der Zivilgesellschaft: VENRO hält es für notwendig, dass sich auch die G20 der Frage nach der Einhaltung menschenrechtlicher und demokratischer Prinzipien sowie der zivilgesellschaftlichen Partizipation widmen.

Weitere Informationen: http://venro.org/themen/g20/

 

erlassjahr.de

 

 „erlassjahr.de – Entwicklung braucht Entschuldung“ ist das größte entwicklungspolitische Bündnis in Deutschland mit Mitträgerorganisationen aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft. Zu den derzeit über 600 Mitträgerorganisationen gehören Landeskirchen, Diözesen, entwicklungspolitische Organisationen, Eine-Welt-Gruppen, Vereinen, Kirchengemeinden und Weltläden.

Erlassjahr.de fordert, dass: die G20 die Stimmen der Betroffenen nicht weiter ignorieren! In ihren Gipfel-Beschlüssen sollen sie die sich aufbauenden neuen Schuldenkrisen im Globalen Süden als eine Gefahr für das Erreichen der vereinbarten globalen Entwicklungsziele anerkennen. Bislang haben es die G20 gekonnt vermieden, über Lösungen für Staatsschuldenkrisen zu sprechen. Doch die chinesische G20-Präsidentschaft hat 2016 den Anfang gemacht und die Notwendigkeit für geordnete Lösungen angesprochen.

erlassjahr.de fordert von den G20, dass sie die Schaffung eines umfassenden und rechtsstaatlichen internationalen Entschuldungsverfahrens bei ihrem Gipfel in Deutschland auf den Weg bringen.

Weitere Informationen: http://erlassjahr.de/kampagne/debt20/